Winterdepression

Veröffentlicht von Helga Prill am 11.11.2019

....eine Krankheit?

...eine Krankheit?

Viele Menschen bezeichnen den November als den tristesten Monat des Jahres, klagen über das nasskalte und dunkle Wetter. Ein Monat zum Verkriechen, ein Monat der traurigen Stimmung.
Kurz: Der Monat November hat ein negatives Image.

Schon in der Antike, wurde vom griechischen Arzt Hippokrates (460 – 375 v. Chr.), eine jahreszeitabhängige Verstimmung beschrieben.

Seit 1987 hat dieses Phänomen sogar das internationale Kürzel SAD erhalten und ist somit „salonfähig“ geworden. Im Grunde ist diese Depression auf unsere Entwicklungsgeschichte zurückzuführen. Es ist nichts anderes, als die Vorbereitung auf den Winterschlaf, der beim Menschen nie eintritt.

Ausgelöst wird dieser Vorgang durch fallende Temperaturen und kürzere Tageslichtzeiten. Es fällt weniger Licht auf die Netzhaut, die ihrerseits direkten Kontakt zum Gehirn hat. Die dort befindliche Zirbeldrüse produziert dadurch mehr vom Hormon Melantonin, was den Antrieb hemmt. Wir bereiten uns auf den „Winterschlaf“ vor. Dazu gehört, dass man sich eine Reserve anfuttert (Heißhunger auf Süßes), energielos und antriebslos ist und nur noch schlafen möchte (der Depressive hingegen kann nicht schlafen!).

Zusammenfassend kann gesagt werden: Diese saisonal abhängige Depression (SAD) ist keine Krankheit, sondern eine aus der Evolution zurückgebliebene Erscheinung, die in der Regel im Oktober beginnt und im März/April endet. Das bedeutet aber keinesfalls, dass man dem hilflos ausliefert sein muss!


Hier ein paar Tipps und Tricks die Ihre Stimmung in dieser Jahreszeit positiv beeinflussen:

  1. Bewegung an der frischen Luft (hinter jeder Wolke ist ein kleines bisschen Sonne!). Das bringt ihr Psyche und den Stoffwechsel in Schwung.
  2. Dem „Süßigkeitswahn“ trotzen und viel frisches Obst und Gemüse essen und frisch gepresste Säfte trinken (hier gilt je bunter je besser! Z.B. Karotten mit Orangen).
  3. Nicht nur bei der Ernährung auf „Farbigkeit“ achten, sondern umgeben Sie sich mit bunten Farben (Kleidung, Dekoration in der Wohnung und Blumen).
  4. Sommerdüfte in eine Duftlampe geben (Jasmin, Rose oder Bergamotte).
  5. Beschwingte Musik hören. Das kann Wunder bewirken.
  6. Ein schönes amüsantes Buch lesen, ins Kino oder Theater gehen (jetzt haben Sie Zeit dazu!!).
  7. Gespräche mit lieben Freunden genießen. Das macht eine gute Stimmung und verhilft zu positiver Einstellung (enorm wichtig!!).
  8. Wenn das alles nichts hilft, gibt es außerdem noch die Möglichkeit, ein Gespräch bei einem Therapeuten zu führen (möglicherweise verbirgt sich hinter dem Tief eine andere Ursache als die lichtarme Jahreszeit).  

Aber die Vorstellung, mit einer Tasse Tee, einer Kerze auf dem Tisch und einem guten Buch eingemummelt auf der Couch zu sitzen, wenn es draußen regnet und stürmt, ist ja auch gar nicht so schrecklich, oder?

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